Gelnhäuser Friedensdekade 2006

So schnell geht's ...


Plakatives Motto der Friedensdekade 2006

Getragen vom Gesprächsforum Ökumenische FriedensDekade, in dem die evangelische und katholische Kirchengemeinden mit den Friedensgruppen Amnesty International, Weltladen und Pax Christi zusammenarbeiten, geht es um das Motto: ... und raus bist du!
weil du zu alt bist oder zu jung
weil du keine Arbeit hast
weil du ein Ausländer bist
weil das gesetzlich so geregelt wurde
weil andere die Macht haben ....
Darauf wollen Friedensgebete und Abendveranstaltungen aufmerksam machen.

 ... und raus bist du!

Täglich fließt Blut im Irak. Einsatz der Bundeswehr am Libanon. Militärische Drohung gegen den Iran. Der Einsatz im Kongo. Überall in der Welt ist der Krieg vor Augen, die Gewalt der Waffen, die Vertreibung von Menschen, die tägliche Wiederholung von Terror und Gegenterror. Aber wohin führt militäri­sches Denken oder Handeln? Was wird für Frieden und Gerechtigkeit getan?

Der „Terror der Ökonomie“ (Vivian Forrester), der Menschen wie Material behandelt, einkauft und abstößt, je nach Marktlage, lässt Menschen seufzen und klagen. Aber Heuschrecken kennen keine Verpflichtung gegenüber anderen. Hauptsache, sie werden satt. Da wird nicht nur den Alten und den Jungen plötzlich klar: „... und raus bist du!“ Das gilt auch für Ausländer, die man, weil der Hess. Justizminister kein Moratorium will, nach nunmehr fast 20 Jahren Deutschland eines Morgens mit der Polizei holt und abschiebt. 

Mit der Ökumenischen FriedensDekade, die vom 12.-22. November bundesweit durchgeführt wird, steht das Nachdenken über die eigentliche Bedeutung des Begriffs “Frieden“ im Mittelpunkt und die Frage nach der Zusammengehörigkeit von sozialer Gerechtigkeit und Frieden. Mehr Informationen: www.friedensdekade.de  

Programm

Sonntag 12. Nov. 20062006 - 10 Uhr Marienkirche und  Peterskirche
Eröffnungsgottesdienste
gemeinsamer Abschluss am Obermarkt (Pfr. R. Schomburg, Pfr. H. Höfler)

Sonntag 12. Nov. 2006 - 19.30 Uhr Marienkirche
Blut und Asche - Szenisches Oratorium
Eine Theatergruppe aus Darmstadt und ein Projektchor aus Frankfurt stellen sich dem historischen Thema der Hexenverfolgung und ziehen die Linien in die Gegenwart. Historische Text- und Musikvorlagen aus Gelnhausen und hessischen Regionen werden dabei mit aktuellen Deutungen versehen. Eintrittskosten: 10 Euro

Montag, 13. Nov. 2006 - 19 Uhr Marienkirche
Friedensgebet (Pax christi) Waffenhandel

Montag, 13. Nov. 2006 - 19:30 Uhr - im Weltladen Gelnhausen, Langgasse 27
Filmforum:
WE FEED THE WORLD
Ein Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer, Österreich 2005
Mit seinem Dokumentarfilm WE FEED THE WORLD - ESSEN GLOBAL hat sich Erwin Wagenhofer auf die Spur unserer Lebensmittel gemacht.
Brasilianischer Regenwald wird gerodet, um auf den gewonnenen Flächen Soja anzubauen, mit dem in der EU Tiere gemästet werden. Von der EU mit Exportsubventionen vergünstigte Erzeugnisse werden auf Märkten in Afrika billiger angeboten als die Produkte der einheimischen Erzeuger. Aus dem Mittelmeer werden Tag für Tag tote Afrikaner gefischt, die schwimmend versuchen, dem zunehmenden Elend zu entkommen. Wer es lebend nach Spanien schafft, findet vielleicht Arbeit in den riesigen Gewächshäusern von Almeria ... Erwin Wagenhofer hat die Menschen an den Orten ihrer Arbeit aufgesucht, in den Gewächshauslandschaften von Andalusien, auf den Fischkuttern der Bretagne oder auf dem Chefsessel von Nestlé. WE FEED THE WORLD – ESSEN GLOBAL ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, über den Mangel im Überfluss.
Eintritt  frei

Dienstag, 14. Nov. 2006 - 19 Uhr Marienkirche
Friedensgebet (Eisenmenger, Wieners)

Dienstag, 14. Nov. 2006 - 19:30 Uhr  Romanisches Haus
Hiergeblieben, Sie gehören zu uns ...
Diakonie und Flüchtlingsarbeit: Deutsche Erfahrungen mit Flucht und Bleiberecht
mit Rainer Hinze, Willy Hausmann (Hanauer Helferkreis) und Dr. Hans Braeunlich

Mittwoch 15. Nov. 2006 - 19 Uhr Marienkirche
Friedensgebet, (Haug, Frankenfeld)

Mittwoch 15. Nov. 2006 – 19:30 Uhr Katholisches Pfarrzentrum
Unvergessene Zeugen des Widerstands
Prof. Otto Betz würdigt die Konsequenz des Lebens von Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer u.a. bis zum Tyrannenmord als ethischen Grenzfall: „Auch durch Nicht-Handeln kann man schuldig werden!“

Donnerstag 16. Nov. 2006 - 19 Uhr Marienkirche
Friedensgebet (Lipp, Siechmann)

Donnerstag 16. Nov. 2006 - 19:30 Uhr im Weltladen Gelnhausen, Langgasse 27 
Gewaltfreiheit im Kampf ums Überleben: Die Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien
Seit Jahren verfolgt das Regime von Präsident Uribe politische Gegner durch brutale Unterdrückung und Vernichtung. Grausames Beispiel dieser Verfolgung sind die vielen Morde an Mitgliedern der Friedensgemeinde von San José de Apartadó. Die Friedensgemeinde weigert sich, mit jedwedem bewaffneten Akteur zusammen zu arbeiten und kämpft - strikt gewaltfrei und international begleitet - um den Verbleib auf ihren Ländereien.

Freitag 17. Nov. 18:30 – 21 Uhr und Samstag 18. Nov. 2006,  9 – 16 Uhr im "Café Lili Marleen"
Workshop Pax Christi: Argumentationstrainig gegen "Stammtisch-Parolen"
Anleiterin: Miriam Seel vom Darmstädter Komitee gegen Rechts e.V. 
Anmeldung erforderlich unter: joeckel.egon@online.de oder Tel.: 06051 - 887051
Kosten: Erwachsene 20€  Schüler 7€

Freitag 17. Nov. 2006 – 18:30 Uhr (!) Marienkirche
Friedensgebet, (Vik. S. Gebauer)

Freitag 17. Nov. 2006 – 19 Uhr Romanisches Haus, Gelnhausen
Elisabeth von Thüringen
Bischof i.R. Prof. Dr. Christian Zippert würdigt  Elisabeth von Thüringen,
die am 17. November 1231 starb, als Zeugin des christlichen Glaubens und eröffnet damit zugleich das ihr gewidmete Jubiläumsjahr 2007

Samstag 18. Nov. 2006 - 18:30 Uhr Marienkirche
Friedensgebet  (Dekan M. Happel) – Trauer um die Opfer > Gedenktafel

Volkstrauertag
Ein altes jüdisches Sprichwort heißt: "Das Vergessen verlängert das Exil; das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung." Diese jüdische Weisheit ist in unserer von Psychologen und Therapie geprägten Gesellschaft eine Binsenweisheit geworden. Im Interesse unserer eigenen Zukunft sei es unumgänglich, so legt diese Weisheit nahe, die Ereignisse von 1933-1945 immer wieder zu erinnern, um der Gefahr einer Wiederholung zu entgehen. Allerdings bezieht sich in dem alten jüdischen Sprichwort (Talmud) die Erlösung aus dem Exil aber auf die Funken Gottes, die (in die Welt verstreut und in Materie verbannt) nur durch gute Taten und Erinnerung gerettet werden können. Gemeint ist also keinesfalls die Erlösung derer, die sich, schuldig geworden, erinnern. Gemeint ist die Erlösung der Opfer, mit denen Gott sich in der Welt identifiziert.

Sonntag 19. Nov. 2006 - 10 Uhr Marienkirche und  Peterskirche
Gottesdienste zum Volkstrauertag

Montag 20. Nov. 2006 - 19 Uhr Marienkirche
Friedensgebet (Anna Eva König)
Du erneuerst das Antlitz

Meditation und Gespräch zu einem Kunstobjekt

Dienstag 21. Nov. 2006 - 19 Uhr Marienkirche
Friedensgebet (Dr. Kappel)

Dienstag 21. Nov. 2006 - 19:30 Uhr - Romanisches Haus
Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr - Das Schicksal der Kindersoldaten.
Amnesty International mit themabegleitender Ausstellung im Romanischen Haus.

Mittwoch 22. Nov. 2006 Buß- und Bettag - 19:30 Uhr Marienkirche
Abschluss der Friedensdekade
Ökumenischer Gottesdienst (Pfr. H. Höfler; Pfr. R. Schomburg)
Anschließend bis ca. 21 Uhr
Musikalischer Ausklang der Friedensdekade

„Weicht ihr Trauergeister“
JS Bach-Motette „Jesu meine Freude“
u.a Musik mit dem Gelnhäuser Consort. (Kantor Werner Röhm)

12.11.2006 eid / 1365

Druckversion

Menschen + Zeichen
Ausstellung der Stiftung Marienkirche zur Ökumenischen Friedensdekade in der Marienkirche Gelnhausen
4. November 2006 – 16. Dezember 2006
Blut und Asche
Szenisches Oratorium in der Marienkirche Gelnhausen
Im Rahmen der Friedensdekade wird am Sonntag 12. Nov. 2006 - 19.30 Uhr in der Gelnhäuser Marienkirche "Blut und Asche" ein szenisches Oratorium durch eine Theatergruppe aus Darmstadt und einen Projektchor aus Frankfurt aufgeführt. Das Musiktheater stellt sich dem historischen Thema der Hexenverfolgung und zieht die Linien in die Gegenwart aus. Dabei werden historische Text- und Musikvorlagen aus Gelnhausen und hessischen Regionen mit aktuellen Deutungen versehen. Eintrittskosten: 10 Euro Zum Hintergrund des Oratoriums: